Schimmelsanierung in Wiesbaden – Innendämmung mit Klimaplatten
Schimmelbeseitigung und Innendämmung mit 30 mm starken Calciumsilikatplatten auf rund 150 m² Außenwandfläche – ausgeführt in zwei bewohnten Wohnungen.
Wiederkehrender Schimmel in Raumecken, an Außenwänden und im Bereich der Rollladenkästen war bei diesem Wohngebäude in Wiesbaden zu einer zunehmenden Belastung geworden. Betroffen waren zwei übereinanderliegende und während der Arbeiten weiterhin bewohnte Wohnungen.
Das Gebäude aus den 1970er-Jahren liegt in einem geschützten historischen Ortskern. Eine Außendämmung wurde zwar geprüft, wäre jedoch mit hohen Kosten und umfangreichen Anpassungen der äußeren Gebäudeansicht verbunden gewesen. Deshalb entwickelte Corrtec ein alternatives Sanierungskonzept von innen.
Auf insgesamt rund 150 m² Außenwandfläche wurden 30 mm starke Calciumsilikatplatten eingebaut. Zusätzlich wurden die Rollladenbereiche nachgedämmt, neue Rollladendeckel durch einen Schreiner angefertigt und sämtliche Oberflächen in der Qualitätsstufe Q3 glatt gespachtelt sowie diffusionsoffen gestrichen.
Projektdaten im Überblick
| Objekt | Zweigeschossiges Wohngebäude mit zwei Wohnungen |
| Ort | Wiesbaden |
| Baujahr | 1970er-Jahre |
| Jahr der Sanierung | 2024 |
| Bearbeitete Fläche | ca. 150 m² Außenwandfläche |
| Schadensbild | Wiederkehrender Schimmel an Außenwänden, Raumecken und Rollladenkästen |
| Ursache | Niedrige Oberflächentemperaturen und Wärmebrücken mit wiederkehrender Kondenswasserbildung |
| Sanierung | Schimmelbeseitigung und Innendämmung mit 30 mm starken Calciumsilikatplatten |
| Oberflächenqualität | Glatte Spachtelung in Q3 und diffusionsoffener Anstrich |
| Bauzeit | Zwei Bauabschnitte mit jeweils rund drei Wochen bis zur malerfertigen Oberfläche |
| Besonderheit | Ausführung in zwei vollständig bewohnten Wohnungen |
Inhaltsverzeichnis
Die Ausgangssituation: Wiederkehrender Schimmel an kalten Außenwänden
In beiden Wohnungen trat regelmäßig Schimmel in den Raumecken und an verschiedenen Außenwandbereichen auf. Besonders betroffen waren die Rollladenkästen und die unmittelbar angrenzenden Wandflächen.
Die Außenwände und konstruktiven Anschlussbereiche wiesen aufgrund der Gebäudeausführung aus den 1970er-Jahren niedrige innere Oberflächentemperaturen auf. Traf warme und feuchte Raumluft auf diese kalten Flächen, konnte sich dort Kondenswasser bilden.
Diese wiederkehrende Feuchtigkeit schuf geeignete Bedingungen für Schimmelwachstum. Der Befall beschränkte sich deshalb nicht mehr auf einzelne kleine Stellen, sondern trat zunehmend in verschiedenen Bereichen beider Wohnungen auf.
Eine rein oberflächliche Behandlung hätte den sichtbaren Schimmel möglicherweise kurzfristig entfernt, jedoch nicht die bauphysikalische Ursache beseitigt.
Außendämmung oder Innendämmung?
Im Rahmen der Sanierungsplanung wurde zunächst auch eine Außendämmung des Gebäudes betrachtet. Grundsätzlich kann eine fachgerecht geplante Außendämmung Wärmebrücken reduzieren und die Energieeffizienz einer Immobilie verbessern.
Bei diesem Gebäude war die Umsetzung jedoch mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Das Haus befindet sich in einem geschützten historischen Ortskern. Die äußere Gestaltung musste weiterhin zum gewachsenen Erscheinungsbild des Ortskerns passen.
Eine Außendämmung hätte daher einen hohen planerischen und finanziellen Aufwand verursacht. Neben den eigentlichen Dämmarbeiten wären umfangreiche Anpassungen an der Fassade und den bestehenden Bauteilanschlüssen erforderlich geworden.
Als wirtschaftlich und technisch sinnvolle Alternative wurde deshalb eine Innendämmung mit Calciumsilikatplatten ausgearbeitet. Die äußere Gebäudeansicht konnte dadurch vollständig erhalten bleiben.
Warum Klimaplatten für dieses Gebäude die richtige Lösung waren
Klimaplatten aus Calciumsilikat verbinden eine mineralische Innendämmung mit aktiver Feuchteregulierung.
Durch die Dämmwirkung steigt die innere Oberflächentemperatur der Außenwände. Dadurch wird das Risiko reduziert, dass die Raumluft an den Wandoberflächen den Taupunkt erreicht und erneut Kondenswasser entsteht.
Gleichzeitig besitzen Calciumsilikatplatten eine offenporige und kapillaraktive Struktur. Sie können überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen, zwischenspeichern und bei verbesserten Raumbedingungen wieder kontrolliert an die Raumluft abgeben.
Schritt 1: Planung der Arbeiten im bewohnten Zustand
Eine besondere Herausforderung war, dass beide Wohnungen während der gesamten Sanierung bewohnt blieben.
Deshalb wurde der Bauablauf in zwei klar voneinander getrennte Abschnitte aufgeteilt. Zunächst bearbeitete Corrtec in beiden übereinanderliegenden Wohnungen jeweils eine Gebäudeseite.
Nach Abschluss des ersten Abschnitts wurden die Möbel innerhalb der Wohnungen umgesetzt. Rund drei Wochen später konnte mit der Sanierung der jeweils anderen Wohnungsseite begonnen werden.
Durch diese abgestimmte Vorgehensweise blieben die Wohnungen trotz der umfangreichen Arbeiten grundsätzlich nutzbar.
Schritt 2: Schottung und Staubschutz
Vor Beginn der Rückbau- und Reinigungsarbeiten wurden die jeweiligen Arbeitsbereiche von den weiterhin genutzten Wohnbereichen getrennt.
Dafür wurden temporäre Schottungen und Staubschutzmaßnahmen aufgebaut. Die einzelnen Arbeitsbereiche konnten dadurch kontrolliert bearbeitet werden, ohne die übrigen Räume unnötig mit Staub und Schmutz zu belasten.
Nach Abschluss eines Bauabschnitts wurden die Schutzmaßnahmen zurückgebaut und für den nächsten Arbeitsbereich erneut eingerichtet.
Schritt 3: Entfernung der vorhandenen Tapeten
Die bestehenden Tapeten und nicht tragfähigen Oberflächenschichten wurden vollständig von den betroffenen Außenwänden entfernt.
Dieser Arbeitsschritt war notwendig, damit der vorhandene Untergrund beurteilt, gereinigt und für die spätere vollflächige Verklebung der Klimaplatten vorbereitet werden konnte.
Tapeten oder dampfdichte Beschichtungen dürfen nicht hinter Calciumsilikatplatten verbleiben, da sie die Feuchteregulierung und den Haftverbund des Systems beeinträchtigen können.
Schritt 4: Fachgerechte Schimmelbeseitigung
Nach dem Entfernen der Wandbeläge wurde eine umfassende Schimmelsanierung durchgeführt.
Der sichtbare Befall wurde fachgerecht entfernt. Die betroffenen Flächen wurden gründlich gereinigt und mit geeigneten Saugsystemen mit HEPA-Filter abgesaugt. Dadurch konnten Schimmelbestandteile und belastete Stäube kontrolliert aus den Arbeitsbereichen entfernt werden.
Erst nachdem sämtliche betroffenen Wandflächen gereinigt und vorbereitet waren, begann der Aufbau der neuen Innendämmung.
Schimmel an Außenwänden oder in Raumecken?
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Schritt 5: Vorbereitung der Außenwände
Die freigelegten Außenwände wurden auf Tragfähigkeit, Ebenheit und lose Bestandteile geprüft. Unebenheiten und ungeeignete Oberflächenbereiche wurden entsprechend vorbereitet.
Für die Funktion der Klimaplatten ist ein sauberer, mineralischer und tragfähiger Untergrund erforderlich. Nur so kann eine vollflächige Verbindung zwischen Wand, Systemkleber und Calciumsilikatplatte hergestellt werden.
Schritt 6: Montage der 30 mm starken Calciumsilikatplatten
Auf den vorbereiteten Außenwänden wurden 30 mm starke Calciumsilikatplatten vollflächig verklebt.
Die Platten wurden an die jeweiligen Raumsituationen, Ecken und Anschlussbereiche angepasst. Besondere Aufmerksamkeit galt den Übergängen zwischen Außen- und Innenwänden sowie den Fenster- und Rollladenbereichen.
Durch die vollflächige Verklebung entstand ein durchgängiger Wandaufbau ohne Hinterlüftung oder Hohlräume. Dadurch konnte die innere Oberflächentemperatur der Außenwände verbessert und das Risiko erneuter Kondenswasserbildung reduziert werden.
Schritt 7: Nachdämmung der Rollladenbereiche
Die vorhandenen Rollladenkästen bildeten zusätzliche Wärmebrücken und waren zuvor besonders anfällig für Kondenswasser und Schimmelbildung.
Diese Bereiche wurden deshalb gesondert bearbeitet und nachgedämmt. Anschlüsse und Übergänge zu den Klimaplatten wurden so ausgeführt, dass ein möglichst durchgängiger Dämmaufbau entstand.
Ein beauftragter Schreiner fertigte anschließend neue, passgenaue Rollladendeckel an. Dadurch konnten die technische Funktion, die Zugänglichkeit der Rollläden und eine saubere optische Ausführung miteinander verbunden werden.
Schritt 8: Spachtelarbeiten in Qualitätsstufe Q3
Nach der Montage wurden die Plattenstöße und Anschlussbereiche systemgerecht bearbeitet. Anschließend erfolgte eine glatte Spachtelung der Wandflächen in der Qualitätsstufe Q3.
Die Q3-Ausführung sorgte für eine gleichmäßige und hochwertige Oberfläche. Übergänge und Plattenstöße waren nach Abschluss der Arbeiten nicht mehr sichtbar.
Nach rund sechs Wochen waren beide Bauabschnitte vollständig bearbeitet und die Wandflächen malerfertig vorbereitet.
Schritt 9: Diffusionsoffener Anstrich
Den Abschluss bildeten die Malerarbeiten mit einer diffusionsoffenen Farbe.
Die Wahl des richtigen Anstrichsystems ist bei Calciumsilikatplatten von besonderer Bedeutung. Dampfdichte Farben oder ungeeignete Wandbeschichtungen könnten die feuchteregulierenden Eigenschaften der Klimaplatten beeinträchtigen.
Durch den diffusionsoffenen Anstrich blieb die Funktion des gesamten Wandaufbaus erhalten. Gleichzeitig erhielten beide Wohnungen wieder glatte, helle und wohnfertige Wandoberflächen.
Die Vorteile des Klimaplatten-Systems im Überblick
Das eingesetzte System bietet folgende Vorteile:
- Erhöhung der inneren Wandoberflächentemperatur
- Reduzierung von Kondenswasser an Außenwänden
- Regulierung der Raumluftfeuchtigkeit
- diffusionsoffener Wandaufbau
- mineralisches und nicht brennbares Material
- hoher alkalischer pH-Wert
- schimmelhemmende Materialeigenschaften
- Verbesserung des subjektiven Raumklimas
- Erhalt der bestehenden Außenfassade
Entscheidend ist dabei die fachgerechte und vollflächige Verarbeitung. Hohlräume hinter den Platten müssen vermieden werden, da sich dort erneut Kondenswasser bilden könnte.
Besondere Herausforderung: Zwei bewohnte Wohnungen
Die Sanierung von rund 150 m² Außenwandfläche in zwei weiterhin bewohnten Wohnungen erforderte eine detaillierte Ablaufplanung und eine kontinuierliche Abstimmung mit den Mietern und der Eigentümerin.
Zu den organisatorischen Herausforderungen gehörten:
- abschnittsweise Bearbeitung der Wohnungen
- regelmäßiges Umstellen der Möbel
- Aufbau und Rückbau der Schottungen
- Staubreduktion während der Rückbauarbeiten
- Schutz der weiterhin genutzten Wohnbereiche
- Abstimmung zwischen Corrtec, Mietern, Eigentümerin und Schreiner
- koordinierte Fertigstellung der einzelnen Bauabschnitte
Jeder Abschnitt dauerte rund drei Wochen. Insgesamt wurden etwa sechs Wochen benötigt, bis sämtliche Flächen malerfertig hergestellt waren.
Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen konnte das Projekt strukturiert und in enger Abstimmung mit allen Beteiligten umgesetzt werden.
Das Ergebnis: Kein erneuter Schimmel und besseres Raumklima
Seit Abschluss der Sanierung im Jahr 2024 ist nach Rückmeldung der Eigentümerin und der Bewohner kein erneuter Schimmelbefall aufgetreten.
Durch die Klimaplatten wurden die inneren Oberflächentemperaturen der Außenwände verbessert. Gleichzeitig unterstützt der diffusionsoffene und kapillaraktive Wandaufbau die Regulierung der Raumluftfeuchtigkeit.
Die Mieter berichteten außerdem, dass die Räume die Wärme nach der Sanierung besser halten. Nach eigenen Angaben konnten sie die Einstellung der Heizkörper von zuvor Stufe 5 auf ungefähr Stufe 3,5 reduzieren.
Eine konkrete Verbrauchsmessung oder Heizkostenabrechnung war nicht Bestandteil des Projekts. Die Rückmeldung der Bewohner zeigt jedoch, dass sich neben dem Raumklima auch das subjektive Wärmeempfinden verbessert hat.
Die Eigentümerin war mit der Organisation, der sauberen Ausführung im bewohnten Zustand und dem fertigen Ergebnis sehr zufrieden.
Vorher und nachher
Der direkte Vergleich zeigt die Wirkung der Sanierung: Aus schimmelbelasteten und kalten Außenwandbereichen entstanden glatte, hochwertig ausgeführte und diffusionsoffene Wandflächen mit einer funktionalen Innendämmung.
Die äußere Ansicht des Gebäudes blieb dabei vollständig erhalten – ein wesentlicher Vorteil innerhalb des geschützten historischen Ortskerns.
Vorher – geschädigte Außenwand vor der Sanierung
Nachher – sanierte Wandfläche mit neuem Rollladendeckel
Schimmelsanierung und Klimaplatten in Wiesbaden
In Ihren Wohnräumen bildet sich regelmäßig Schimmel an Außenwänden, Fensterlaibungen oder Raumecken? Sind die Wandoberflächen im Winter auffällig kalt? Corrtec prüft zunächst die Ursache der Feuchtigkeits- und Schimmelbildung. Wenn Kondenswasser an Wärmebrücken die Ursache ist, können Klimaplatten aus Calciumsilikat eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösung darstellen.
Von der Schimmelbeseitigung über die Untergrundvorbereitung und Montage der Klimaplatten bis zur fertigen Wandoberfläche koordinieren wir sämtliche Arbeitsschritte.
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