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Was sind Klimaplatten?

Was sind Klimaplatten?

Klimaplatten sind mineralische Bauplatten aus Kalziumsilikat, die zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Sie regulieren die Feuchtigkeit im Raum und dämmen die Wand von innen. Wegen ihres Hauptbestandteils werden sie auch Kalziumsilikatplatten oder Calciumsilikatplatten genannt. Ihr besonderes Merkmal ist die feinporige, kapillaraktive Struktur – sie nehmen überschüssige Luftfeuchtigkeit auf wie ein Schwamm und geben sie kontrolliert wieder an den Raum ab.

Durch diese Eigenschaft in Kombination mit einem hohen pH-Wert gelten Klimaplatten als eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Schimmel an Innenwänden – ganz ohne chemische Zusätze.

Woraus bestehen Klimaplatten?

Klimaplatten bestehen aus rein mineralischen Rohstoffen: Kalk, Quarzsand, Wasserglas und einem geringen Anteil Zellulose als Porenbildner. Diese Mischung wird mit Wasser aufgeschlämmt und unter heißem Wasserdampf und hohem Druck zu Platten ausgehärtet. Das Ergebnis ist ein leichter, formstabiler Baustoff mit Millionen feinster, offener Poren.

Diese offene Porenstruktur ist der Schlüssel zu allen Eigenschaften der Klimaplatte:

  • Kapillaraktiv: Feuchtigkeit wird aktiv in die Platte gesaugt und großflächig verteilt
  • Diffusionsoffen: Wasserdampf kann die Platte ungehindert durchdringen – es entsteht keine Sperrschicht
  • Alkalisch: Der hohe pH-Wert von über 10 entzieht Schimmelpilzen die Lebensgrundlage
  • Nicht brennbar: Kalziumsilikat ist ein rein mineralischer Baustoff und erfüllt höchste Brandschutzanforderungen
  • Formstabil: Auch bei Feuchtigkeitsaufnahme verziehen sich die Platten nicht

Wie funktionieren Klimaplatten?

Schimmel an Innenwänden entsteht in den meisten Fällen durch Kondensation: Warme, feuchte Raumluft trifft auf eine kalte Wandoberfläche, der Wasserdampf schlägt sich dort als Tauwasser nieder – und schafft ideale Bedingungen für Schimmelpilze. Typische Stellen sind Außenwände hinter Möbeln, Raumecken und Fensterlaibungen.

Klimaplatten setzen genau an diesem Mechanismus an, und zwar auf drei Ebenen:

  • Feuchtepufferung: Die Platte nimmt Feuchtigkeitsspitzen auf, bevor sich Tauwasser an der Oberfläche bilden kann, und gibt die Feuchtigkeit später wieder an die Raumluft ab. Die Wandoberfläche bleibt trocken.
  • Wärmedämmung: Die Platte erhöht die Oberflächentemperatur der Innenwand. Je wärmer die Wandoberfläche, desto weniger Kondensat entsteht – das Problem wird an der Ursache entschärft.
  • Alkalisches Milieu: Mit einem pH-Wert von über 10 bietet Kalziumsilikat Schimmelpilzen keinen Nährboden. Auch zwischen Wand und Platte kann sich kein verborgener Schimmel bilden, da die vollflächige Verklebung keine Hohlräume zulässt.

Ein wichtiger Unterschied zu klassischen Innendämmsystemen: Klimaplatten kommen ohne Dampfsperre und ohne Hinterlüftung aus. Die Wand bleibt diffusionsoffen und kann weiterhin Feuchtigkeit nach außen abgeben – das macht das System besonders fehlertolerant.

Wo werden Klimaplatten eingesetzt?

Klimaplatten kommen überall dort zum Einsatz, wo Kondensationsfeuchtigkeit und kalte Wandoberflächen ein Problem darstellen:

  • Schimmelsanierung: Nach der fachgerechten Entfernung des Befalls verhindern Klimaplatten dauerhaft, dass der Schimmel zurückkehrt
  • Innendämmung im Altbau: Wenn eine Außendämmung nicht möglich ist – etwa bei denkmalgeschützten Fassaden oder Sichtmauerwerk
  • Kellerräume nach einer Abdichtung: Wenn das Mauerwerk trocken ist, aber das Raumklima für eine Wohnnutzung reguliert werden muss
  • Wärmebrücken: An Fensterlaibungen, Raumecken, Betonstürzen oder Heizkörpernischen, wo punktuell kalte Oberflächen entstehen
  • Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit: Schlafzimmer, Küchen und Bäder profitieren von der feuchteregulierenden Wirkung

Was Klimaplatten nicht können

So leistungsfähig Klimaplatten sind – sie haben klare Grenzen, und die sollte jeder Eigentümer kennen:

Klimaplatten sind keine Abdichtung

Sie helfen ausschließlich gegen Kondensationsfeuchtigkeit, also Tauwasser aus der Raumluft. Dringt dagegen Feuchtigkeit von außen oder aus dem Erdreich in die Wand ein – etwa durch eine defekte Kellerabdichtung oder kapillar aufsteigende Feuchtigkeit –, muss zuerst die Ursache beseitigt werden. Dafür kommen Maßnahmen wie eine Innenabdichtung oder eine Horizontalsperre infrage. Werden Klimaplatten auf durchfeuchtetes Mauerwerk geklebt, ohne die Ursache zu beheben, kaschieren sie das Problem nur – und die Feuchtigkeit arbeitet im Verborgenen weiter.

Klimaplatten sind kein Hochleistungsdämmstoff

Ihre Wärmeleitfähigkeit ist schlechter als die von Materialien wie Mineralwolle oder Hartschaum. Wer ausschließlich maximale Dämmwerte sucht, findet effizientere Dämmstoffe. Die Stärke der Klimaplatte liegt in der Kombination aus solider Dämmwirkung, aktiver Feuchteregulierung und Schimmelschutz – eine Eigenschaftskombination, die kein klassischer Dämmstoff bietet.

Klimaplatten gehören zu den hochwertigeren Baustoffen

Im Vergleich zu einfachen Dämmplatten ist das Material teurer. Die tatsächlichen Kosten hängen von zu vielen individuellen Faktoren ab, um sie pauschal zu beziffern – Plattenstärke, Fläche, Untergrundvorbereitung und Oberflächenfinish spielen alle eine Rolle.

Wie werden Klimaplatten verarbeitet?

Die Montage folgt einem klaren Ablauf: Der Untergrund muss tragfähig, sauber und eben sein – alter loser Putz und vorhandener Schimmelbefall werden zunächst fachgerecht entfernt. Anschließend werden die Platten vollflächig mit einem mineralischen Spezialkleber auf die Wand geklebt. Die vollflächige Verklebung ist entscheidend, damit keine Hohlräume entstehen, in denen sich Feuchtigkeit sammeln könnte.

Nach der Montage werden die Platten verspachtelt und können verputzt oder gestrichen werden. Wichtig dabei: Alle Folgebeschichtungen müssen diffusionsoffen sein, etwa Silikatfarben oder Kalkputze. Dampfdichte Anstriche wie Latexfarben oder Vinyltapeten würden die kapillaraktive Wirkung der Platte blockieren und das gesamte System außer Kraft setzen.

Klimaplatten im Vergleich zur klassischen Innendämmung

Der grundlegende Unterschied liegt im Umgang mit Feuchtigkeit. Klassische Innendämmsysteme – etwa Verbundplatten aus Hartschaum und Gipskarton – arbeiten mit einer Dampfsperre, die Feuchtigkeit aus der Konstruktion fernhalten soll. Das funktioniert nur, solange die Dampfsperre absolut lückenlos ausgeführt ist. Schon kleine Fehlstellen, Steckdosen oder spätere Bohrlöcher können dazu führen, dass Feuchtigkeit hinter die Dämmung gelangt und dort kondensiert – unsichtbar und mit hohem Schadenspotenzial.

Klimaplatten verfolgen das gegenteilige Prinzip: Statt Feuchtigkeit auszusperren, nehmen sie sie auf und geben sie kontrolliert wieder ab. Das System bleibt vollständig diffusionsoffen und verzeiht dadurch auch bauliche Unregelmäßigkeiten, wie sie im Altbau die Regel sind. Genau deshalb haben sich Kalziumsilikatplatten in der Altbausanierung und Schimmelprävention als eines der zuverlässigsten Innendämmsysteme etabliert.

Häufige Fragen zu Klimaplatten

Ja – sofern die Schimmelursache Kondensation ist. Die Kombination aus trockener, wärmerer Wandoberfläche und alkalischem Milieu entzieht Schimmelpilzen dauerhaft die Lebensgrundlage. Liegt die Ursache dagegen in eindringender Feuchtigkeit, muss diese zuerst durch eine geeignete Abdichtungsmaßnahme beseitigt werden.

Streichen ja – aber ausschließlich mit diffusionsoffenen Farben wie Silikatfarbe. Dampfdichte Beschichtungen und Vinyltapeten sind tabu, da sie die Feuchteregulierung blockieren würden.

Ja, Kellerräume sind sogar ein klassisches Einsatzgebiet – allerdings erst, nachdem das Mauerwerk trocken ist. Bei feuchten Kellerwänden steht die Abdichtung an erster Stelle; die Klimaplatte übernimmt danach die Regulierung des Raumklimas und macht den Keller als Wohn- oder Nutzraum nutzbar.

Klimaplatten? Dann mit Corrtec.

Klimaplatten verbinden Innendämmung, Feuchteregulierung und Schimmelschutz in einem Baustoff – die richtige Lösung bei kalten Außenwänden, Wärmebrücken oder Kellern nach der Abdichtung. Entscheidend sind die richtige Ursachendiagnose und eine fachgerechte Montage. Corrtec übernimmt im Rhein-Main-Gebiet die komplette Umsetzung – von der Analyse bis zur fertigen Wand.